Liebe BirAli-Freunde,
zunächst einmal wünschen wir allen ein frohes und gesundes neues Jahr!
Für den BirAli e.V. ist das erste Jahr als offizieller Verein bereits vorüber und wieder ist einiges passiert. Bevor wir Euch anschließend mehr von den BirAli-Kindern berichten werden wir zunächst von unseren Vereinstätigkeiten berichten und einige der aktiven Mitglieder vorstellen.
Am 12. November 2011 fand die erste offizielle Jahreshauptversammlung in Kiel statt. Seit die Kieler Vereinsmitglieder nun alle ihr Studium beendet und sich in alle Himmelsrichtungen verstreut haben, gestaltet sich ein Zusammentreffen aller Vereinsmitglieder als etwas schwieriger. Mit Freude kann berichtet werden, dass letztendlich sieben von insgesamt 11 Vereinsmitgliedern aus Kiel, Hamburg, München, Offenburg und eine achte zum Teil sogar per Skype-Schaltung aus England „anwesend“ waren.
Die Vereinsaktiven kennen den Ablauf, es wird berichtet, Haushaltspläne aufgeführt, Abstimmungen vorgenommen, Anträge eingereicht, Vorstände entlastet und ähnliches. Klingt alles sehr förmlich, aber insgesamt war es ein gemütlicher, interessanter und produktiver Nachmittag. Die wichtigsten Beschlüsse waren die Verabschiedung des Haushaltsvorschlages für 2012, der eine Erhöhung des Ge-samtbudgets aufgrund der vermehrten Anzahl an Kindern beinhaltet, sowie die Entlastung des vierköpfigen Vorstands. Zur Erinnerung, der Vorstand besteht aus Birthe Vogel (1. Vorsitzende), Gesche Lotzkat (2. Vorsitzende), Solveig Kühn (Schriftführerin) und Pascale Reinke (Kassenwärtin). Einige von Euch hatten mit der ein oder anderen bereits persönlich Kontakt, andere hatten bisher nur mit Birthe zu tun. Daher werden wir einige der Personen kurz vorstellen. Pascale, unsere Kassenwärtin, hat die Finanzen von BirAli e.V. im Blick. Sie kontrolliert Ein- und Ausgänge, kümmert sich um die Spendenbescheinigungen und setzt sich mit dem Finanzamt und der Steuererklärung auseinander. Dank ihrer Expertise, ihrem Sinn für Genauigkeit und ihrer Zuverlässigkeit läuft alles wie geschmiert. Jedes Jahr findet zudem eine Kassenprüfung von zwei weiteren Mitgliedern des Vereins statt, um sicher zu gehen, dass alles seine Richtigkeit hat. Hierfür sind zur Zeit Ina Kruse-Sönke und Katrin Liethman verantwortlich. Beherzt haben sie sich im Herbst 2011 auf dieses Neuland begeben und jede Rechnung, Buchung, Überweisung oder sonstige Transaktion überprüft und nachverfolgt. Die gesamte Buchhaltung wurde ohne Beanstandung genehmigt. Auch Solveig Kühn hat unerschrocken die deutsche Bürokratie erforscht um zum Beispiel heraus-zubekommen, welche Kriterien ein offizielles Protokoll erfüllen muss oder welche Formulare wir brauchen. Wieder einmal stellen wir fest, für fast alles gibt es in Deutschland Regeln, Formblätter und Kennziffern. Dass dies in Kenia ganz anders ist, hat Nadja Seibert bei ihrem Besuch des BirAli-Projekts vor Ort zusammen mit Birthe erleben können. Nadja und Birthe kennen sich noch aus Kindheitstagen. Als langjährige Spenderin ist Nadja seit der Gründung des Vereins aktiv als engagiertes Mitglied mit dabei. Sie steht in engem Kontakt mit Alice in Kenia, stellt sicher, dass wir regelmäßig Berichte über das Vorgehen vor Ort erhalten, be-spricht mit Alice, was die Kinder und die Mitarbeiter vor Ort noch brauchen und wie wir sie von Deutschland aus am besten unterstützen können. Die Kommunikation über so viele Ki-lometer, unterschiedliche Sprachkenntnisse und kulturelle Verständnisse hinweg ist nicht immer ganz einfach. Doch mit Hilfe der modernen Telekommunikation und ihrem motivierten Einsatz sowie einer Portion Geduld und Ausdauer ist es ihr möglich, die Vorgänge in Kenia bestmöglich zu begleiten. Zudem ist Nadja Teil des „Öffentlichkeits“-Teams und schreibt mit Gesche zusammen Rundbriefe und Homepagenews. Die zwei Vorsitzenden Birthe und Ge-sche haben weitere feste Aufgabenbereiche. Gemeinsam verwalten sie die BirAli-Emailadresse, so dass Ihr vielleicht bereits mit beiden Kontakt hattet oder in Zukunft haben werdet. Als 1. Vorsitzende ist Birthe außerdem für die Koordination der gesamten Vereinstätigkeiten zuständig und als ursprüngliche Initiatorin steht sie natürlich mit Alice in regem Kontakt.
Es gibt noch viel über das Engagement der anderen Vereinsmitglieder zu erfahren, aber wir möchten nun lieber noch etwas mehr über die Kinder und das Leben in Kenia berichten.
Damit Ihr die Birali-Kinder nach und nach etwas kennenlernen könnt, möchten wir einige der Kinder kurz einzeln vorstellen. Bei BirAli leben derzeit 26 Kinder, wobei wir heute zunächst über vier von ihnen näher berichten möchten. Zu Beginn zu zwei der älteren BirAli-Mädchen, die gerade ihre Abschlussprüfungen der Grundschule (die in Kenia 8 Schuljahre dauert) gemacht haben und derzeit noch auf ihre Ergebnisse warten.

Maria Safari (23 Jahre), eines der ursprünglichen BirAli-Kinder, hatte es in den letzten Jahren nicht besonders einfach in der Schule. Während unseres Besuchs in Kenia kam Maria immer sehr spät nach Hause, da sie jeden Abend nach dem Unterricht noch Nachhilfe erhielt. Seitdem bessern sich ihre schulischen Leistungen und nun hofft sie, bald in die High School eintreten zu können. Ihr Lieblingsfach ist Sozialkunde und in ihrer Freizeit singt sie gerne Gospel-Songs. Nach Beenden der High School möchte sie Lehrerin werden. Auf uns hat Maria einen sehr höflichen und gutherzigen Eindruck gemacht. Sie spricht gut Englisch, ist ein stilles Mädchen und geht gewissenhaft ihren Aufgaben nach. Wie im letzten Rundbrief berichtet, gibt es so etwas wie ein Patensystem bei BirAli. Maria hat dabei die Patenschaft für ihre kleine Schwester Sawadi übernommen. Diese profitiert in ihrer ausgelassenen, ver-spielten Art von den klaren Ansagen ihrer größeren und erfahrenen Schwester.
Auch Judith spricht sehr gut Englisch. Sie ist eine offene, aufgeschlossene und fröhliche Person, die man häufig lachen sieht. Bei unserem Ausflug zum Strand hat sie als einziges äl-teres Kind mit ihren jüngeren BirAli-Geschwistern im Wasser getobt und diese Ausgelassen-heit sichtlich genossen. Judith ist 18 Jahre alt und lebt seit 2006 im Hause BirAli. Als Vollwaise musste sie sich vorher einige Jahre selbst durchschlagen. Bei BirAli fühlt sie sich nun sehr wohl. Über Alice sagt sie, „she is taking me like a biological daughter“ (Alice behandle sie wie eine leibliche Tochter). An der Schule schätzt sie vor allem den Mathe-Unterricht und sie träumt davon, später einmal Ärztin zu werden. Ihre Hobbys sind Tanzen, Singen und Kochen.

Die beiden Nesthäkchen bei BirAli sind Stacey und Cicilia, die uns während des kurzen Auf-enthalts in Kenia beide sehr ans Herz gewachsen sind. Stacey ist 6 Jahre alt und sehr quirlig und verspielt.
Es macht viel Spaß, ihr bei ihrem Lieblingsspiel zuzugucken, bei dem man sich gegenseitig mit einem kleinen Ball abwerfen muss. Stacey geht noch in die Vorschule. Cicilia ist 7 Jahre alt und letzten Herbst in die erste Klasse der Grundschule gekommen.
Auch sie spielt gerne Ball und Federball, tanzt und singt viel. Außerdem durften wir sie dabei bewun-dern, wie sie mit viel Geschick mit einem alten Fahrradreifen Hula-Hoop spielte.
Besonders gefreut haben wir uns über die Nachricht, dass nun alle jüngeren Kinder auf die Golden Key Primary School gehen können, eine private Grundschule, in der die Kinder we-sentlich besser gefördert werden. Alice hat es geschafft, die Schulleiterin davon zu überzeugen, alle Grundschulkinder kostenfrei aufzunehmen. Man merke fast täglich einen Unter-schied, berichtet uns Alice.
Besonders im Englischen machen die Kinder im Vergleich zu vorher rasche Fortschritte. Seit sie auf die Privatschule gehen, sind die Kinder zeitlich sehr eingespannt und müssen viele Hausaufgaben bewältigen. Zeit zum Spielen und Herumtoben bleibt meistens nur am Wochenende. Doch alle scheinen wohlauf zu sein und es geht ihnen gesundheitlich gut. Besonders dankbar sind die Kinder über die vielen neuen Anschaffungen. Vor allem von den neuen Betten und Matratzen schwärmen sie. Alice schrieb uns, dass die Kinder sich sogar ein Lied ausgedacht haben, in dem es um die Betten geht! Sie singen den Betten quasi ein Ständchen.
Zwei Bilder, die Stacey und Cicilia für die BirAli-Spender in Deutschland gemalt haben.

Erneut bleibt zu guter Letzt wieder einmal, unseren Dank auszudrücken. Im Sommer haben wir es direkt erlebt und nun spüren wir bei jedem Gespräch mit Alice, was die finanzielle Hilfe aus Deutschland bei BirAli bewirkt und wie dankbar die Kinder und Alice für diese Unterstüt-zung sind. Herzlichen Dank!
Mit herzlichen Grüßen und im Namen des gesamten Vereins
Gesche und Nadja